Allgemeine Infos zur MPU
Was ist die MPU genau und wer muss eine MPU machen?
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MPU heißt Medizinisch-Psychologische Untersuchung.
Eine MPU wird angeordnet, wenn die Fahrerlaubnisbehörde Bedenken hat, ob der Betroffene geeignet ist, am Straßenverkehr teilzunehmen oder ob von ihm (weiter) eine Gefahr für andere Verkehrsteilnehmer ausgeht. Das ist in der Regel der Fall, wenn die Fahrerlaubnis entzogen wurde, weil die Person entweder mit zu viel Alkohol oder Drogen oder beidem im Straßenverkehr aufgefallen ist oder es Hinweise auf den Konsum sogenannter „harter“ Drogen gibt, auch wenn man gar nicht gefahren ist! Eine MPU wird auch angeordnet, wenn die Person zu viele Punkte gesammelt hat (bei acht Punkten wird die Fahrerlaubnis entzogen) und wenn man mehrfach ohne Fahrerlaubnis erwischt wurde.
Es gibt auch einige Fälle von körperlichen Mängeln oder gravierenden psychischen Problemen, wie zum Beispiel schweren Depressionen oder Psychosen.
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Ferner kann auch eine MPU angeordnet werden, wenn die Person durch Gewaltstraftaten aufgefallen ist. Was viele nicht wissen: Wenn ein Mensch wegen eines Gewaltdelikts verurteilt wurde, zum Beispiel wegen Körperverletzung, Vergewaltigung, sexuellem Missbrauch oder Totschlag, dann wird das Urteil an die Fahrerlaubnisbehörde weitergeleitet. Der Hintergrund ist, dass es wissenschaftlich erwiesen ist, dass Menschen, die in bestimmten Situationen durch ein hohes Aggressionspotenzial aufgefallen sind, sich auch überdurchschnittlich oft im Straßenverkehr aggressiv verhalten und andere Verkehrsteilnehmer gefährden.
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Worauf es bei der MPU ankommt
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In der MPU wird nur wenig Faktenwissen abgefragt.
Im Mittelpunkt steht, dass du dem Gutachter zeigen kannst, dass du dich intensiv mit dir selbst und deinem Fehlverhalten auseinandergesetzt hast. Es geht darum, dass du verstanden hast, wie es zu den Vorfällen kommen konnte.
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Welche Gründe haben dazu geführt, dass du beispielsweise immer mehr Alkohol konsumiert hast oder vermehrt zu Drogen gegriffen hast?
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Wie konnte es passieren, dass du so häufig zu schnell gefahren bist und/oder oft mit dem Handy am Steuer erwischt wurdest?
Du musst die Ursachen klar erkannt haben. Der Gutachter möchte außerdem wissen, was sich bei dir in der Zwischenzeit verändert hat – natürlich zum Positiven!
Du solltest überzeugend darlegen können:
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Welche Strategien und Möglichkeiten du entwickelt hast, damit so etwas nicht noch einmal passiert.
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Wie du in Zukunft verhindern wirst, wieder Alkohol oder Drogen zu konsumieren – oder zumindest nicht mehr so viel wie früher.
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Warum du dich zukünftig an die Verkehrsregeln halten wirst.
Besonders wichtig ist, wie du deine früheren Verhaltensweisen erklären kannst. Hier geht es weniger um Fakten, sondern vielmehr um deine Gefühle und den Umgang damit.
Entscheidend ist, wie du in Zukunft anders mit deinen Gedanken und Gefühlen umgehen wirst – und wie sich dein Verhalten dadurch nachhaltig verändert.
Gefühle statt Fakten!
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Das Beispiel eines Mannes zeigt deutlich, dass nicht der Fakt, dass seine Frau ihn verlassen hat, zu vermehrtem Alkoholkonsum führte, sondern dass er mit den Gefühlen nicht zurechtkam, die diese Trennung in ihm auslösten.
Dieser Klient war ein Top-Manager eines großen deutschen Pharmaunternehmens. Er war zweimal mit jeweils etwa 2,5 Promille Alkohol am Steuer erwischt worden. Bevor er zu mir kam, hatte er bereits eine MPU absolviert, auf die er sich jedoch nicht vorbereitet hatte. Das Gutachten fiel negativ aus.
Ich fragte ihn, warum es wohl schiefgelaufen sei. Er erzählte mir, die Psychologin habe ihn gefragt, warum er zweimal so betrunken Auto gefahren sei. Seine Antwort lautete: „Weil meine Frau mich verlassen hat.“ Daraufhin habe die Psychologin gelacht und gesagt:
„Guter Mann, wissen Sie eigentlich, wie viele Männer täglich allein in Deutschland von ihren Frauen verlassen werden? Fahren die dann alle volltrunken Auto?“
Natürlich nicht! Die eigentliche Frage, warum er so betrunken gefahren ist, konnte er nicht beantworten.
Ich ging mit dem Mann die genauen Umstände der Trennung durch. Er berichtete, dass er beruflich monatelang in Südamerika tätig war und seine Frau in dieser Zeit allein zu Hause blieb. Es war nicht das erste Mal, dass er für längere Zeit ins Ausland musste. Als er nach Monaten zurückkehrte, erklärte seine Frau ihm, dass sie nun mit einem anderen Mann zusammen sei und sich von ihm trennen wird.
Ich arbeitete mit dem Mann intensiv daran, wie er sich in dieser Situation gefühlt hatte. Dabei kamen Gefühle wie Traurigkeit, Verletztheit, Eifersucht, Frustration, Enttäuschung, Ablehnung und Hilflosigkeit zum Vorschein. Besonders gekränkt hatte ihn, dass der neue Partner seiner Frau ihr Fitnesstrainer war – aus seiner Sicht, ein Mann weit unter seinem eigenen Niveau.
Ich zeigte ihm Wege, wie er künftig anders mit solchen unangenehmen Gefühlen und Gedanken umgehen kann, damit er sich nicht mehr von seinen Emotionen überwältigen lässt.
In seiner nächsten MPU konnte er darlegen, welches Gefühlschaos ihn nach der Trennung von seiner Frau belastet hatte und dass er damals emotional überfordert war. Gleichzeitig konnte er überzeugend darlegen, dass er inzwischen Strategien und Werkzeuge entwickelt hat, um in vergleichbaren Situationen anders zu reagieren.
Das Ergebnis: Er bestand die nächste MPU mit Bravour!
Natürlich hatten wir noch weitere Themen bearbeitet, doch dies war der entscheidende Punkt.
Die Bedeutung einer guten MPU-Vorbereitung
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Dieses Beispiel zeigt eindrucksvoll, wie wichtig und sinnvoll eine intensive, professionelle MPU-Vorbereitung mit einem Experten ist, der sich wirklich auskennt und genau weiß, worauf es in der MPU ankommt.
Die Chancen, eine MPU ohne Vorbereitung zu bestehen, liegen bei etwa 20–25 %. Mit einer fundierten Vorbereitung steigen sie im Durchschnitt auf etwa 80 %.
Meine Erfolgsquote liegt bei über 90 %!
Es gibt im Internet viele Anbieter, die mit 98% und mehr Erfolgsquote werben.
Das sind eindeutig falsche Informationen. Das kann gar nicht stimmen!
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Die Verteilung der MPU Anlässe im Jahr 2024:

