Wann muss man eine MPU machen wegen Drogen?
Bei allen Drogen, außer Cannabis, bei denen nachgewiesen wurde, dass du sie konsumiert hast, musst du eine MPU machen.
Wichtig zu wissen: seit dem Cannabis Gesetz gilt Cannabis nicht mehr als Betäubungsmittel!
In den meisten Fällen geht es um Amphetamin, Kokain und Ecstasy. In den letzten Jahren spielt Heroin kaum noch eine Rolle, allerdings gelegentlich Opiate, die missbraucht werden, d. h. nicht vom Arzt verschrieben wurden wie z.B. Tilidin.
Was viele gar nicht wissen und dementsprechend völlig überrascht sind: Man muss als Drogenkonsument noch nicht einmal gefahren sein, damit die Fahrerlaubnis entzogen wird.
Nehmen wir einfach mal an, du hättest zu Hause Kokain konsumiert. Es gibt einen Riesenstreit mit der Freundin, ihr schreit euch an und vielleicht fliegen sogar noch Gegenstände durch die Wohnung. Ihr veranstaltet einen Riesenkrach bis schließlich Nachbarn die Polizei rufen. Du randalierst weiter, die Polizei nimmt dich mit und bringt dich im schlimmsten Fall sogar in die Psychiatrie, oder zumindest nimmt man dir Blut, weil der Verdacht besteht, dass du so ausgerastet bist, weil du Drogen konsumiert hattest.
Wenn nun also bei dir Kokainkonsum nachgewiesen wurde, ist deine Fahrerlaubnis weg. Das erscheint vielen Menschen völlig absurd und unfair, weil sie denken, ich bin doch überhaupt nicht gefahren.
Nach der überwiegenden obergerichtlichen Rechtsprechung ist im Falle des Konsums von harten Drogen, also allen Drogen außer Cannabis, bereits bei einmaliger Einnahme, auch unabhängig vom Straßenverkehr, keine Fahreignung mehr gegeben. Bei der Einnahme von harten Drogen wird die Fahrerlaubnis entzogen.
Schon alleine der Besitz sogenannter harter Drogen kann zur Entziehung der Fahrerlaubnis führen. Ich hatte schon etliche Klienten, bei denen bei Hausdurchsuchungen Drogen gefunden wurden. Sie sollten dann Urin oder Blut abgeben, waren positiv und die Fahrerlaubnis war weg.
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Substitution
Es gibt die Möglichkeit eine MPU zu machen und somit die Fahrerlaubnis wieder zu erlangen auch wenn man noch in einem Substitutionsprogramm ist z.B. mit Methadon oder Subutex.
Du brauchst ein Attest von deinem substituierenden Arzt, der dir bescheinigt, dass du immer alles ordnungsgemäß eingenommen hast, keinen Beikonsum hattest und stabil bist.
Dass du keinen Beikonsum hast, musst du mit einem besonderen Abstinenzprogramm von 15 Monaten nachweisen.
Und du brauchst natürlich eine gute Vorbereitung.
